Aquila HydropowerINVEST IV – OLG Celle verurteilt Anlagevermittler auf Schadensersatz

Schadensersatz und Rückabwicklung wegen eines Prospektfehlers

Das Oberlandesgericht Celle hat einen Anlageberater wegen eines Prospektfehlers auf Schadensersatz und Rückabwicklung einer Beteiligung an dem Fonds Aquila HydropowerINVEST IV GmbH & Co. KG verurteilt. Wenn wesentliche Angaben fehlen, muss demnach der Berater hierfür haften.

Der Kläger erhält seine Investition sowie entgangenen Gewinn nebst Zinsen seit Rechtshängigkeit Zug um Zug gegen Rückübertragung der Beteiligung zurück.

Unklarheit über Investorenkreis und zur Solvenz der Mitinvestoren

Der geschlossene Wasserkraftfonds in Form einer GmbH & Co. KG investierte in eine Wasserkraftgesellschaft mit fünf Kraftwerken in der Türkei, an der weitere Co-Investoren beteiligt sind. Im entsprechenden Prospekt der HydropowerINVEST IV fehlten aber wesentliche Angaben zum Investorenkreis und zur Solvenz der Mitinvestoren.

Diese Angaben waren nach Ansicht des Oberlandesgerichts Celle allerdings wesentlich, damit ein Anleger das Risiko einschätzen könne, ob sich das Projekt überhaupt verwirklichen ließe. Das OLG ging davon aus, dass der Kläger die Kapitalanlage HydropowerINVEST IV nicht gezeichnet hätte, wenn er über alle wesentlichen Risiken aufgeklärt worden wäre.

Das Urteil berechtigt Anleger von Aquila HydropowerINVEST IV zum Schadensersatz

Zum Schutz von Anlegern sehen Gesetzgeber und Gerichte weitreichende Aufklärungs- und Beratungspflichten vor. Werden diese Pflichten verletzt oder liegen fehlerhafte Emissionsprospekte vor, können gegenüber dem Emittenten oder dem Anlagevermittler Ansprüche bestehen, die wir für Sie durchsetzen.

Ein solcher Prospektfehler bildete die Grundlage für das Urteil des Oberlandesgerichts Celle auf Rückabwicklung und Schadensersatz gegen einen Finanzanlagenvermittler, der Beteiligungen an der HydropowerINVEST IV GmbH & Co. KG vermittelt hat.

Fall HydropowerINVEST IV – wenn wesentliche Angaben im Prospekt fehlen, muss der Berater die Fehler erkennen und richtigstellen

Die Klage war in der ersten Instanz vom Landgericht Lüneburg zurückgewiesen worden, das Oberlandesgericht Celle gab der Berufung des Klägers aber teilweise statt und sah den Emissionsprospekt der HydropowerINVEST IV als fehlerhaft an. Dafür habe die Beklagte als Vermittlerin der Kapitalanlage zu haften.

Das bedeutet, da der Prospekt des Fonds wesentliche Informationen vermissen ließ, wäre der Anlageberater verpflichtet gewesen, auf diese Lücken hinzuweisen.

Die Darlegungs- und Beweislast, dass solche Fehler vom Berater erkannt und gegenüber dem Kläger richtig gestellt wurden, liegt nach höchstrichterlicher Rechtsprechung bei dem Berater, also der Beklagten. Die konnte in diesem Fall ihre korrekte Aufklärung nicht nachweisen.

Die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens bei Prospektfehlern zugunsten des Klägers

Die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens bedeutet, dass das Gericht davon ausgeht, dass – hier im Fall der Zeichnung des Fonds HydropowerINVEST IV – ein Anleger sich gemäß den Ratschlägen des fachkundigen Beraters verhält. Warnt der Berater beispielsweise vor einem hohen Risiko, während der Anleger eine sichere Anlageform sucht, dann ist davon auszugehen, dass der Anleger von dieser Investition Abstand nehmen würde.

Liegt, wie hier vom OLG Celle bestätigt, ein Prospektfehler vor, und der Berater weist nicht auf die entsprechenden Aspekte hin, so kann das Gericht davon ausgehen, dass sich der Anleger bei einer korrekten Beratung nicht für diese Anlage entschieden hätte. Es wird also zugunsten des Geschädigten vermutet, dass der Schaden seine Ursache in der Pflichtverletzung des Beraters hat.

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Das Urteil des OLG Celle betrifft alle Gesellschafter des Fonds und berechtigt die Anleger zum Schadensersatz.
Ob als Anleger bei HydropowerINVEST IV oder in anderen Fällen, in denen Sie den Verdacht haben, Opfer einer Falschberatung geworden zu sein – wenden Sie sich an uns, damit wir Ihren Fall umgehend prüfen können.

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