Sommerzeit – Befristungszeit

Es ist Sommer, Hochsaison für befristete Arbeitsverträge

Aber nicht nur im Sommer stellen sich viele Fragen im Zusammenhang mit befristeten Arbeitsverträgen:

  • Welche Rechte habe ich mit einem befristeten Vertrag?
  • Gibt es überhaupt einen sachlichen Grund für die Befristung?
  • Wie oft hintereinander darf mein Vertrag befristet werden?
  • Habe ich überhaupt eine Chance auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag?

Kalendermäßige Befristung ist gestattet

Arbeitsverträge können kalendermäßig befristet sein, also z. B. vom 1. Mai bis zum 30. September 2021. Sie können aber auch nach dem Zweck der Beschäftigung befristet sein, z. B. für Projektarbeit. Grundsätzlich stehen Beschäftigte nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz unbefristet Beschäftigten gleich.

Sommer ist Hochsaison für befristete Arbeitsverträge. Aber ist das auch immer so gestattet? Wir geben antworten!

Ob die in Ihrem Arbeitsvertrag eingebaute Befristung rechtlich in Ordnung ist, hängt stark vom Einzelfall ab. Hier empfiehlt sich immer eine anwaltliche Prüfung. Dies vor allem deshalb, da unzulässig befristete Arbeitsverhältnisse in einen rechtmäßig unbefristeten Arbeitsvertrag umgedeutet werden können. Es lohnt sich also, sich den Arbeitsvertrag einmal genauer anzusehen.

Grundsätzlich gilt:
Bei Verträgen, die wegen eines sachlichen Grundes befristet sind, endet das Arbeitsverhältnis naturgemäß mit dem Erreichen des Zwecks. Allerdings nur dann, wenn die Beschäftigten mindestens zwei Wochen zuvor schriftlich hierüber unterrichtet worden sind.

Praxistipp

Wird das Arbeitsverhältnis fortgesetzt, obwohl die Zeit der Befristung abgelaufen oder der Zweck erreicht ist, so wandelt sich das Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes.

Unser Beispiel für Sie:
Das Arbeitsverhältnis endet am 30. September 2021. Sie gehen am 1. Oktober wie an den Tagen davor Ihrer Arbeit nach und Ihr:e Arbeitgeber:in duldet dies, so haben Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Kalendermäßige Befristungen sind ohne Sachgrund möglich, dürfen dann aber maximal für die Dauer von zwei Jahren vereinbart werden. Eine Ausnahme besteht, wenn das einstellende Unternehmen erst innerhalb der letzten vier Jahre gegründet wurde.

Es gibt noch weitere Konstellationen, die eine verlängerte Befristung rechtfertigen, z. B. wenn zu Beschäftigende 52 Jahre oder älter sind und unmittelbar vor der Anstellung ohne Beschäftigung waren, s. Grafik.

Wichtig ist auch zu prüfen, ob für den anstellenden Betrieb ein Tarifvertrag gilt, der Befristungen regelt. Denn durch Tarifvertrag können auch längere Befristungen erlaubt sein.

Grund für die Befristung bei Vertragsabschluss ist oft der unklare Personalbedarf

In der Praxis werden befristete Arbeitsverträge oft verlängert. Dies ist nach den Regeln der sog. Kettenbefristungen auch zulässig. Bei kalendermäßig befristeten Verträgen ist eine Verlängerung allerdings maximal 3 Mal hintereinander zulässig.

Dies ist eine Beschränkung zugunsten der Beschäftigten. Denn wenn der Vertrag häufiger verlängert werden soll, stellt sich die Frage, warum nicht gleich ein unbefristeter Vertrag abgeschlossen wird.

Oft ist der Grund für die Befristung bei Vertragsabschluss nämlich der unklare Personalbedarf. Dieser kann sich aber im Laufe der Zeit zu Ihren Gunsten positiv entwickeln. Hier lohnt es sich für Sie auch immer, noch einmal nachzufragen, ob eine sog. „Entfristung“ möglich ist.

Wir unterstützen Sie hierbei gern – im telefonischen oder
persönlichen Gespräch.

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